Lost Places

Lost Places (LP) sind vergessene/verlorene Plätze, die durch ihren Zustand zu sehr interessanten Objekten geworden sind. Sicherlich waren sie auch zu ihren „aktiven“ Zeiten von gewissem Interesse, aber eben anders gelagert.

Lost Places gibt es überall in Deutschland, Europa und darüber hinaus. Sie haben verschiedene Zustände, was sie eben auch so interessant macht. Da gibt es welche, die dabei sind den Kampf gegen die Natur zu verlieren, welche die einfach dem Verfall ausgeliefert sind und welche die dem Vandalismus erlegen sind, last but not least welche bei denen alles gleichzeitig zutrifft.

Hier wird zu Beginn (in der Hoffnung noch mehr besuchen zu können) ein LP in Heimatnähe in Bildern gezeigt.

Die Luftmunitionsanstalt 3/XI Harpstedt

 

Dieses frühere Militärgelände nördlich von Dünsen, zu Kirchseelte und Groß Ippener gehörend, weist noch heute viele bauliche Relikte aus vergangenen militärischen Zeiten (aber auch späteren Nutzungsarten) auf und ist ein historisch interessantes und sehenswertes Objekt für eine Besichtigung.

 

 

Zur Geschichte des Areals:

      Im Jahr 1934 starteten die Baumaßnahmen zu diesem größentechnisch imposanten Areal und bereits im Folgejahr wurde hier der militärische Betrieb aufgenommen. Die Produktion konzentrierte sich dabei vorwiegend auf Munition für Flugabwehr und Infanterie.

      Zum Kriegsende1945 wurde die Demilitarisierung durch die Britische Armee durchgeführt und Teilabschnitte davon wurden 1948 auf einem nahegelegenen Areal gesprengt.

      Die noch übrig gebliebenen leerstehenden Gebäude wurden für etwa 15 Jahre aufgrund entstandener Wohnungsnot (Zuzug von Vertriebenen) der Bevölkerung zur Verfügung gestellt, dabei teilweise auch für schulische Zwecke und als Altenheim genutzt, sowie die großen Hallen für Produktionen fremdvermietet (u.a. Tischlerei, Matratzenfabriken, Schlachterei, Arzneimittelproduktion,....).

      Anfang der 1960er Jahre übernahm erneut die Bundeswehr das Gelände und erklärte dieses 1964 zum militärischen Sicherheits-/Schutzbereich für atomare Sprengköpfe und Granaten. Ab dieser Zeit stationierte auch die US Army eine Einheit in Dünsen. Auch der noch immer weit sichtbare Funkturm wurde während dieser Periode gebaut und in das Richtfunknetz der Luftwaffe eingebunden.

      1980 wurde aufgrund einer NATO-Entscheidung der Bau 16 zusätzlicher großer Munitionslagerhäuser für die Niederländer zugestimmt und ein weiterer Teil als militärische Nutzfläche ausgewiesen.

      Seit Ende der 1990er Jahre sind alle bisherigen Nutzungen eingestellt worden und die Gebäude sowie das Gelände blieben viele Jahre ungenutzt und sich selbst überlassen. 2006 fand sich nach langer Suche ein Käufer für das Areal, welcher seitdem einzelne Teilabschnitte vermietet. Das angrenzende Forst Baßmerhoop ist mittlerweile als Naherholungsgebiet für die Öffentlichkeit wieder zugänglich.

 

 

Aktueller Zustand des Areals:

Auch heute sind noch viele Bauwerke der früheren Munitionsanstalt auf dem Gelände zu finden, die in ihrem Erhaltungszustand unterschiedlicher nicht sein könnten. Von sehr gutem Erhaltungszustand bis hin zu Trümmerhäusern und stark durch Vandalismus gekennzeichneten Gebäuden ist alles vorzufinden und bietet noch immer einen interessanten Einblick in einen großen Teilabschnitt der deutschen Geschichte. Insgesamt führen einige Wanderwege zum ehemaligen Munitionslager und bieten dem interessierten und neugierigen Wanderer einen mysteriösen und zugleich eindrucksvollen Blick in die Vergangenheit.

 

Quellen:

https://www.relikte.com/duensen/index.htm

https://www.relikte.com/duensen_sw/index.htm

https://www.doatrip.de/de/deutschland/niedersachsen/harpstedt-duensen/luftmunitionsanstalt-duensen.html

 

Text: Melanie Jordt / Bilder: Uwe Wasner

Abseits der Gebäude